Hass als Absicht

Hass ist ein abscheuliches, aber auch ein verständliches Wesen. Niemand ist gänzlich frei davon. Jeder kennt sein hässliches Antlitz. Er ist verführerisch und zerstörerisch. Bietet im ersten Moment Absolution, um im nächsten Augenblick nichts als Leere zu hinterlassen. In dieser Leere versteckt er sich, verankert sich, ernährt sich von unserer Dummheit und fehlenden Konsequenz.

Im Moment beobachte ich eine starke Polarisierung bezüglich der Diskussion über Zuwanderung und Islam. Wir müssen aufpassen uns nicht zu verlieren in dummer Angst. Die Angst, die der IS provozieren will. Er will die europäische Gesellschaft spalten, gegen Religionen aufhetzen und Angst vor Flüchtlingen erzeugen. Wir sollen uns abschotten und den Islam als schreckliche Religion brandmarken, so eine Spaltung nicht nur innerhalb Europas, sondern auch gegenüber aller Menschen des Nahen Ostens schaffen. Hass soll die Folge sein. Denn nur mit Hass geht Spaltung einher. Ein Leichtes für den IS aus solchen Gegebenheiten heraus zu wachsen. Die Spaltung wird forciert von vielen Menschen, nicht nur der politisch rechten Ecke. Auch auf der anderen Seite übt man sich in Pauschalitäten. Doch niemals hat eine Beleidigung eine dumme Person klüger gemacht. Paradoxer Weise sind jedoch gerade diejenigen, die am meisten gegen den Islam wettern, eben jene, die dem IS am meisten in die Hände spielen. Wenn ich Verschwörungstheoretiker wäre und würde „Cui bono“, wie es typisch ist, als einziges Mittel der Beweisführung akzeptieren, dann wäre meine Vermutung, der IS hat Pegida und die AfD geschaffen. Das tue ich natürlich nicht, den Irrsinn ist jedem Menschen so reichlich in die Wiege gelegt, dass es keiner Verschwörungen bedarf, um diesen Wahnsinn entstehen zu lassen. Eine Spaltung dürfen wir nicht zulassen. Das heißt, dass wir wieder aufeinander zugehen müssen, ganz gleich, wie groß die Unterschiede auch sind. Versöhnlich miteinander umgehen und Sachlichkeit walten lassen. Zoffen ist ein Muss, aber immer mit einem winzigen Rest Respekt. Wenn das unmöglich scheint, dann muss der Anstand das letzte Mittel der Wahl sein. Aber niemals darf Hass, in keiner Weise, der Ratgeber sein. Auch wenn es zuweilen schwer fällt. Denn die größte Gefahr für Extreme ist Einigkeit, Respekt und der Zusammenhalt. Die größte Gefahr für den Frieden ist die Spaltung.
Natürlich alles reine Vermutung, aber man darf nicht den Fehler machen, den IS zu unterschätzen. Und gleichermaßen dürfen wir nicht den Fehler machen, uns selbst zu überschätzen.

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