Was die US-Wahl uns über Politik verrät

Ok, das war unerwartet. Mit einem solchen Wahlausgang hätte ich nicht gerechnet. Ich war vor nicht allzu langer Zeit in den USA und habe viele Gespräche über amerikanische Politik geführt mit den unterschiedlichsten Personen geführt. Pro Trump, Contra Trump. Und genau da war auch das Problem. Es gab nur diese Kategorien, für oder gegen Trump. Pro Hillary habe ich nicht gefunden. Diejenigen, die sie wählen wollten, hatten dies nicht aus Überzeugung vor. Sondern sie wollten Hillary wählen, weil sie einfach nur Präsident Trump verhindern wollten.

Nun sind solche Gedanken aber eigentlich unwichtig, denn Präsident Trump ist Realität. Alles herumdeuteln und analysieren ist jetzt egal. Man muss, wie immer, mit dem arbeiten, was einem gegeben ist. Nicht mit dem, was man gerne hätte. Erst einmal werde ich darüber schreiben, was diese Wahl mir über Demokratie und vor allem über Politik verrät. Es werden vermutlich noch andere Perspektiven folgen.

Denn: Worum geht’s in der Politik? Eigentlich doch um Inhalte. Zwei, oder besser, mehrere Kandidaten haben unterschiedliche Ideen. Sie versuchen die Ideen gut zu begründen und anhand dessen entscheidet der Wähler, was rationaler und logischer klingt. Klingt gut oder? Denkste…

Die Wirklichkeit ist eine andere. Einzig und allein geht es um Stimmenfang. Und dafür bedarf es nicht zwangsweise auch Inhalten. Es geht immer nur darum ein Bild zu kreieren, das vermitteln soll, man wäre verantwortungsbewusst und wüsste was zu tun ist, denn schließlich ginge es einem darum die Dinge wirklich zu verbessern.

Dass das mitnichten einer allgemeinen Realität entspricht, zeigt sich mir mehr und mehr. Diejenigen, die sich ernstliche Gedanken machen, werden verlacht. Deren Lösungen sind oft einfach zu komplex, als das sie eine große Mehrheit verstehen könnte. Einfachheit trump(f)t. Denn man will zwar immer über sich selbst denken, dass man Bescheid weiß. Aber Zeit, ne die will man eigentlich nicht aufwenden müssen. Doch es dauert nun mal Zeit komplexe Dinge zu verstehen.

Es ist also nicht notwendig gute Politik machen. Man muss nur glaubwürdig vermitteln, dass man es tut. Ob man es nun wirklich tut oder nicht ist dabei nicht relevant. Darin liegt auch der Grund für den Erfolg der AfD, von Trump etc. All jene können zwar keine Politik machen, aber sie weiß, wie sie das vergessen machen kann.

In dieser Manipulierbarkeit der Menschen liegt die größte Schwäche der Demokratie. Aber auch das ändert nichts an der alten Wahrheit: Die Demokratie ist nicht perfekt, aber immer noch das beste Prinzip, das es gibt

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