Wie die Rechten stark gemacht werden – Die Presse (Teil 1)

Ich mache mir Sorgen um unsere Gesellschaft. Vieles wird nicht verstanden. Wir werden ausgetrickst von Menschen, die wir für unglaublich dumm halten.
 
Chemnitz beschäftigt Deutschland. Chemnitz ist ein Symbol für die Entwicklung, die unsere Gesellschaft nimmt. Extreme Strömungen gewinnen, gemäßigte Meinungen werden eingeengt, attackiert und für ungültig erklärt. In Chemnitz wird der Tod eines jungen Mannes missbraucht. Niemand trauert, alles wütet.
 
Es ist schrecklich, wieviel Zulauf die Rechten haben und wie sehr sie sich bestärkt fühlen in der Abneigung gegen alle, die nicht sie sind. In der Frage wie es soweit kommen konnte, darf die Antwort aber nicht allein AfD heißen. Denn kein Symptom ist ohne Ursache.
 
Die Medien, Politiker und wir selbst bieten extremen Strömungen enorm viel Angriffsfläche. Indem wir aus gemachten Fehlern einfach nicht lernen wollen.
 
Allen voran die Presse: Diskussionen sollten nicht von Journalisten gelenkt werden, sondern ausschließlich begleitet. Persönliche Meinungen von Journalisten nehmen einen immer größeren Raum ein. Gerade aber in den öffentlich-rechtlichen sollten persönliche Meinungen nur einen sehr begrenzten Raum einnehmen. Nur wenn endlich verstanden wird, dass Diskussionen nicht von einer selbst ernannten Elite gesteuert werden können, dann wird das den Zustrom der Rechten eindämmen können. Es bringt nichts Dinge zu verschweigen, weil man befürchtet die Stimmung damit aufzuheizen. Heutzutage gibt es kein Informationsmonopol mehr. Debakel, wie um die Berichterstattung zur Silvesternacht 2015, haben einen Schaden angerichtet, der in seinem Ausmaß nicht abzusehen ist.
 
Schlimm ist, dass man aus diesem Fehler damals nicht gelernt zu haben scheint. Ähnliche Fälle gab es immer wieder. Doch ohne Informationsmonopol richtet ein Nicht-Berichten nur Schaden an. Die Reputation leidet und das Gefühl nicht objektiv informiert zu werden, steigt.
 
Die Presse muss einerseits in der heutigen Zeit ankommen und ihre Arbeitsweise daran anpassen und sich andererseits auch auf ihre Vergangenheit besinnen. Sie ist Berichterstatter, Unterstützer und bitte einigermaßen objektiv.
 
In der Entscheidung, was objektive Meinungen sind, darf nicht allein die großstädtische Lebensrealität der Journalisten eine Rolle spielen. Sondern vor allem die Lebensrealität der gesamten Gesellschaft.
 
Die AfD hat all das verstanden. Jene, die sich für die intellektuelle Elite halten, nicht. Das macht mir Angst. Momentan handeln die Rechten, die viele für dumm halten, strategisch klüger als wir. Das sollte uns zu denken geben.
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