Vertrauensverlust

Nachdem Maaßen sein Amt durch politische Aussagen ohne Anhaltspunkte missbraucht hat, stand er sehr in der Kritik. Die SPD hat die Abdankung als Bedingung gesetzt für ein Fortbestehen der GroKo. Alle, wenn sie die Äußerung nicht explizit gutgeheißen haben, waren sich einig. Das war daneben und kann nicht erneut toleriert werden. Maaßen gehört abgesetzt.

Was folgt? Eine Beförderung, logisch!

Ich kann kaum beschreiben, wie sehr mich das ärgert. Gerade in Zeiten, in denen Extremisten versuchen das Misstrauen gegenüber der Regierung und gegen die Demokratie zu schüren. Letztlich müssen jene aber nicht viel machen. Unsere Regierung übernimmt ihren Job.

Angefangen mit der SPD. Nahles verspricht vollmundig den Abgang Maaßens. Auch Klingbeil und andere SPD-Spitzenfunktionäre lassen verlauten, dass er nicht im Amt zu halten sei. Es war einer der wenigen Momente in jüngerer Vergangenheit, in denen die SPD mal wieder klare Kante gezeigt hat. Doch schon wieder stellt sich das alles nur als aufgeblasener Pustekuchen heraus. Wie diese Partei tatsächlich noch mit Ernsthaftigkeit agieren kann, ist mir komplett schleierhaft.

Die CDU/CSU als Parteienverbund hingegen versucht ihr Profil als konservativen Block zu stärken. Allerdings wirkt insbesondere die CDU mehr und mehr durchsichtig. Ist es doch die CSU, im verzweifelten Wahlkampf steckend, die den Ton angibt. Seehofer kann schalten und walten wie er will. Die Kanzlerin ist mittlerweile durch ihn mehr oder weniger entmachtet worden. Er kann sich alles erlauben, Merkel lässt ihn in Ruhe. Deshalb war auch klar, dass sein BFF Maaßen keine ernsthaften Konsequenzen zu befürchten hat.

Letzten Endes geht es nicht darum, wer etwas kann. Es geht nur darum, wer wen kennt und mag. Und dann fragt man sich noch, woher der Politikverdruss und der Zulauf zur AfD kommt. Ich finde dafür keine Worte mehr.

Nur soviel: Die GroKo mit diesen Politikern an der Spitze war ein großer Fehler. Das beste, was Nahles, Schulz, Merkel, Seehofer und Co. tun könnten, wäre ein Rücktritt. Zum Wohle der Demokratie. Vertrauen ist keines mehr da. Nicht nur bei denen, die ohnehin Unmut schüren wollen. Viel schlimmer. Das Vertrauen verschwindet auch bei jenen, die selbst ihren Kampf gegen den zunehmenden Extremismus kämpfen.

Aber ein selbstloser Rücktritt, und das wissen wir wohl alle, ist nichts weiter als utopisch.

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Ein Kommentar

  1. Monika Späth · September 18

    Genauso geht es mir, ich bin stinksauer als SPD Mitglied. Und wieder geht ein bald letzter Rest an Vertrauen und Reputation in die Politik verloren!

    Gefällt 1 Person

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