Vom Scheitern einer Gesellschaft

Der feige Terrorakt eines Rechtsextremisten in Halle zeigt eines auf: Die Verrohung der Gesellschaft nimmt ihren Lauf. Schuld sind unter anderem jene, die sich bewusst immer krasserer Rhetorik bedienen, um die Polarisierung anzustreben und daraus politisch Kapital zu schlagen. Zu nennen sind in erster Linie Menschen wie Höcke, Storch und Weidel.

Aber über die AfD will ich gar nicht viel schwadronieren. Die Tat war ein rechtsextremer Terrorakt, in tiefstem Ansinnen antisemitisch. Sowohl von rechts als auch von vielen anderen Seiten wird den Juden hierzulande zugesetzt. Synagogen und jüdische Einrichtungen stehen unter Polizeischutz, haben Sicherheitskonzepte. Juden können sich in Großstädten nicht mehr frei bewegen. Hinlänglich wurde erprobt, was passiert, wenn man beispielsweise mit einer Kippa durch die Straßen Berlins läuft. Da ist dieser Akt des Hasses die extremste Form der bereits vorhandenen Strukturen.

All das war auch möglich, weil wir das Thema Antisemitismus zu lange mit Nichtbeachtung bestraft haben. Flüchtlinge, Islam, AfD und Rechtsdrall. Das waren die Themen. Und in Zuge dieser Diskussionen wurde das Thema Antisemitismus weitgehend ignoriert. Wenngleich Antisemitismus mit allen genannten Themen zu tun hat. Klar ist für mich eines: Zu dem Zeitpunkt, an dem sich Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland nicht mehr wohl und sicher fühlen und aus diesem Land fliehen, haben wir als Gesellschaft versagt.

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