Wie wir der AfD auf den Leim gehen

Wer laut ist, wird gehört. Aggressiv, fordernd und vorschnell, das zieht an. Leise, bedächtig und sachlich. Das ist out. Was klingt wie leises Jammern ist eher ein sachlicher Aufschrei. Denn es handelt sich bei der lauten Provokation um ein Mittel der AfD. Eine Partei, die wie keine andere davon profitiert, wenn andere dieses Mittel ebenfalls verwenden. Erst provozieren, dann einschränken und sagen, man hätte ein bestimmtes Ziel damit verfolgt oder sei falsch verstanden worden.

Mitnichten ist es nur noch die AfD, die so arbeitet. Politiker, Journalisten und allgemein viele Menschen arbeiten so, um die eigene Position zu stärken. Häufig auch Leute, die augenscheinlich nicht einverstanden sind mit Höcke und seinesgleichen. Wer aber behauptet für edle Ziele wie dem Kampf gegen Rassismus zu kämpfen, der darf sich nicht der gleichen Mittel wie die AfD bedienen und hat sachlich zu bleiben. Die Polemisierung der Debatte hilft niemandem außer der AfD.
Letztendlich nämlich führt eine zu extreme Meinungshoheit, auch bei der linken und „antirassistischen“ Seite dazu, dass andere Gegner der AfD, Gegner in der Mitte, welche ebenfalls gegen Rassismus kämpfen, sich zur Wehr setzen müssen gegen Vorwürfe selbst Rassismus und Sexismus zu fördern. Das führt letztlich nur dazu, dass die Gegner des Rechtsextremismus sich gegenseitig zerfleischen und sich nicht auf das konzentrieren können, was wirklich wichtig ist: Die Bewahrung unserer freiheitlichen Demokratie.
Allein deshalb ist es so enorm wichtig, dass wir mehr Verständnis füreinander aufbringen. In kleinkarierten Grabenkämpfen, in denen es häufig um Deutungshoheiten und Nichtigkeiten geht, verlieren wir den Blick für das Wesentliche. Wir sind Demokraten, wir stehen für die Freiheit des Individuums und die Freiheit der Meinung ein.
Wir dürfen den Demokratiefeinden nicht auf den Leim gehen. Wir dürfen uns nicht der gleichen Mittel bedienen wie jene Menschenfeinde. Langfristig gibt es dabei nämlich nur einen Profiteur, die Populisten und Extremisten, die dadurch weiter an Stärke gewinnen. Grundsätzlich ist und war die allgemein immer größer werdende Polarisierung der Debatte immer das erklärte Ziel der Populisten und Extremisten. Dass wir das zulassen, spricht lauter als jedes Wort. Denn wir machen uns zum Erfüllungsgehilfen derjenigen, die zu bekämpfen wir vorgeben.

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