Katastrophe im Libanon – Warum die internationale Gemeinschaft helfen muss

Die schreckliche Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut umfasste in etwa die Energie von 2,7 Kilotonnen TNT. Eine ungeheure Kraft. Die in Hiroshima abgeworfene Atombombe lag bei ungefähr 13 – 18 Kilotonnen TNT. Neben vielen Toten und noch viel mehr Verletzten hat die Explosion auch dazu geführt, dass nach groben ersten Schätzungen rund 250.000 Menschen ihr Heim verloren haben und somit obdachlos sind.

Für ein Land, das ohnehin am Boden liegt, ist das mehr als nur eine mittelschwere Katastrophe. Angefangen damit, dass der Libanon mit einer Millionen aufgenommener Flüchtlinge, bei knapp 6 Millionen Gesamtbevölkerung, eine finanzielle und humanistische Verantwortung trägt, die um ein Vielfaches größer ist als die unsere. Denn: Auf die Zahl unserer Bürger aufgerechnet hieße das die Aufnahme von ungefähr 13,67 Millionen Flüchtlinge. Ein kaum vorstellbarer Kraftakt.

Ein enormer Schaden

Auch das Corona Virus hat das geschwächte Land weiter schwer belastet. Die wirtschaftlichen Einbuße sind im Verhältnis noch dramatischer als bei uns, auch weil der Staat nicht in gleicher Weise die Betriebe schützen konnte. Hinzu kommt eine Währungskrise; eine Hyperinflation wird befürchtet. Zudem warnt die UNO vor akuten Versorgungsengpässen.

Malte Gaier, der das Auslandsbüro Libanon der Konrad-Adenauer-Stiftung in Beirut leitet, gab unlängst an, dass der unmittelbar von der Explosion verursachte Schaden auf 5 Milliarden € beziffert wird. Der lange Rattenschwanz zerstörter Existenzen und neuer Obdachlosigkeit noch nicht eingerechnet.

Der Libanon zeigte sich menschlich

In Zeiten der akuten Not und des Krieges zeigte sich das Land im Sinne des Menschenrechts äußerst solidarisch. Mehr als jedes andere Land der Welt gab sie Menschen, die keine andere Wahl als die Flucht hatten, Sicherheit. Auch wenn dies für den Libanon eine Belastung bedeutete, die vermutlich über die eigenen Kapazitäten hinausging.

Europa äußerte Anerkennung. Vermutlich auch damit begründet, dass man die Zahl nach Europa kommender Flüchtlinge gering halten wollte und froh über die Aufnahmebereitschaft der Libanesen war. Nicht nur aus diesem Grund ist es notwendig die gezeigte internationale Solidarität zu erwidern. Es bleibt zu hoffen, dass die internationale Gemeinschaft dabei mithelfen wird den Libanon beim Wiederaufbau zu unterstützen.

Ungewisse Zukunft

Andernfalls wäre wohl schwer absehbar, wie es mit dem Land weitergeht. Das einstmals stabile und auch wohlhabende Land würde im Falle ausbleibender Hilfe destabilisiert werden. Und wie man weiß sind vollkommen instabilisierte Länder die Keimzelle von Extremismus und Menschenrechtsverletzungen. Keiner kann ein zweites Libyen wollen. Keiner kann ein zweites Syrien wollen. Vor allem kann keiner wollen, dass eine ganze Region nach und nach komplett zur Krisenregion wird. Die Welt ist zu klein als dass wir eine sich destabilisierende Welt schulterzuckend hinnehmen könnten.

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