Ein fatales Zeichen

Özil und Gündogan auf Wahlkampf Tour für Erdogan. Sie lassen sich fröhlich lächelnd mit ihm ablichten. Beide überreichen ihm Trikots, Gündogan widmet seines „hochachtungsvoll seinem Präsidenten“. Man könnte sagen, sie haben sich ausnutzen lassen. Dies würde allerdings einer geistigen Entmündigung gleichkommen und kann als Erklärung dafür nicht ausreichen. Beide sind Erwachsene und werden sich zumindest annähernd der Bedeutung bewusst gewesen sein.

Ohne nationalistischen Pathos: Die beiden haben in der Nationalmannschaft nichts mehr zu suchen. Wenn Erdogan ihr „respektierter Präsident“ ist, dann sollten sie aus der deutschen Mannschaft ausgeschlossen werden. Denn Gott sei Dank ist Erdogan nicht das Staatsoberhaupt Deutschlands. Ich hätte und habe die beiden immer als Deutsche gesehen. Denn Deutsch-sein entscheidet sich nicht über das Aussehen und nicht über die Herkunft. Wir sind ein multikulturelles Land und das finde ich ganz wunderbar. Deutsch ist, wer sich Deutschland zugehörig fühlt.

Aber wer die Werte der Bundesrepublik so offen mit Füßen tritt, darf keine repräsentative Position mehr erfüllen. Und Nationalspieler zu sein bedeutet auch immer eine Vorbildfunktion zu erfüllen. Diese haben beide willentlich abgelehnt, daher muss es dementsprechend Konsequenzen geben.

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