Die Demokratie steht auf dem Spiel. Ein Warnzeichen ist die immer schlechter werdende Diskussionskultur. Dies liegt nicht nur an Extremisten, die versuchen sachliche Debatten zu zerstören. Nein. Auch an uns selbst, die wir uns verführen lassen.

Zugegebener Maßen ist es nicht immer ganz einfach sachlich zu bleiben, insbesondere, wenn man die eigene politische Position angegriffen sieht. Aber Monster kann man nicht bekämpfen, wenn man im Kampf  gegen die Monster selbst zu einem wird. Etwas mit „for the greater good“ zu rechtfertigen, hat meistens einen gegenteiligen Effekt.

Denn: Die Anzahl an Monstern wird dadurch nicht geringer. Doch geht es nicht eigentlich darum? Die Anzahl der Monster zu verringern? Oder geht es nur darum eine bestimmte Sache zu beseitigen, um dabei die Entstehung eines anderen Übels billigend in Kauf zu nehmen.

Ein Miteinander ist manchmal wie ein Tanz auf einer Klinge. Man ist bestrebt herunterzuspringen. Dem komplizierten Leben in Selbstgeißelung ein Ende zu bereiten und sich dem Angriff auf die Wenigen hinzugeben, die sich auf der Klinge noch zu halten versuchen. Und auf den Rest der anderen Seite selbstverständlich. Es wäre der einfache Weg. Und wie schwierig es doch ist jemandem die Hand zu reichen, dessen Meinung man überhaupt nicht teilen kann. Ich kenne das selbst. Aber eben das ist es, was uns von den Populisten und Antidemokraten unterscheiden sollte, was den Frieden unserer Gesellschaft bewahren kann.

Wenn aber jeder nur in seinem Lager sitzt, von den anderen nichts hören will, die andere Meinung als minderwertig abtut und gegenseitig erklärt wird, wie doof man doch sei, dann führt das weder zu weniger Hass noch zu mehr Frieden. Daraus entstehen lediglich immer größere, extremere und unnachgiebigere Lager bzw. Fronten. Und genau diese Fronten, so denke ich es mir, müssen wir überwinden.

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