Ein fatales Zeichen

Özil und Gündogan auf Wahlkampf Tour für Erdogan. Sie lassen sich fröhlich lächelnd mit ihm ablichten. Beide überreichen ihm Trikots, Gündogan widmet seines „hochachtungsvoll seinem Präsidenten“. Man könnte sagen, sie haben sich ausnutzen lassen. Dies würde allerdings einer geistigen Entmündigung gleichkommen und kann als Erklärung dafür nicht ausreichen. Beide sind Erwachsene und werden sich zumindest annähernd der Bedeutung bewusst gewesen sein.

Ohne nationalistischen Pathos: Die beiden haben in der Nationalmannschaft nichts mehr zu suchen. Wenn Erdogan ihr „respektierter Präsident“ ist, dann sollten sie aus der deutschen Mannschaft ausgeschlossen werden. Denn Gott sei Dank ist Erdogan nicht das Staatsoberhaupt Deutschlands. Ich hätte und habe die beiden immer als Deutsche gesehen. Denn Deutsch-sein entscheidet sich nicht über das Aussehen und nicht über die Herkunft. Wir sind ein multikulturelles Land und das finde ich ganz wunderbar. Deutsch ist, wer sich Deutschland zugehörig fühlt.

Aber wer die Werte der Bundesrepublik so offen mit Füßen tritt, darf keine repräsentative Position mehr erfüllen. Und Nationalspieler zu sein bedeutet auch immer eine Vorbildfunktion zu erfüllen. Diese haben beide willentlich abgelehnt, daher muss es dementsprechend Konsequenzen geben.

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Eine richtige Entscheidung

Merkel bekommt einen Friedenspreis verliehen und das nicht ganz unumstritten. Die Vorwürfe gegen sie sind mannigfaltig. Sie habe nicht genug geplant. Sie habe nur aus Eigeninteresse gehandelt, sie habe Europa zum Rechtsruck getrieben. Und ja, Teile dieser Vorwürfe sind sicherlich wahr.

Was ich ihr aber immer anrechnen werde ist der Fakt, dass sie Menschen, die in höchster Not und nirgendwo gewollt waren, Zuflucht gewährt hat. Das ist menschlich, das ist gerecht. Dass die ganze Sache nicht voraus gesehen und vorbereitet wurde, obwohl die Entwicklung absehbar war, steht auf einem anderen Zettel.

Eine Einleitung

Mich treibt eine Frage um. Warum geht es so vielen Menschen schlecht? Warum müssen Menschen hungern und an heilbaren Krankheiten sterben, wenn es doch sowohl das Wissen als auch die Mittel gibt, dies nicht geschehen zu lassen. Und überhaupt: Verhungern? Was ist das? Ich kann mir darunter nichts vorstellen und schätze mich glücklich darüber.

Oft esse ich ohne Hunger zu haben, einfach nur, weil es Zeit für eine bestimmte Mahlzeit ist. Dabei bin ich auch noch wählerisch. Wenn ich schon was essen muss, soll es wenigstens schmecken und gesund sein. Das Gefühl des Verhungerns ist mir so fern wie dem Hering das Gefühl, die dominante Spezies auf diesem Planeten zu werden.

Aber bei dem Gedanken, dass andere Menschen tatsächlich unter anderem noch daran sterben, zu wenig zu essen zu haben, kommt mir meine eigene Entfremdung davon so falsch vor. Nicht, weil ich diese Erfahrung misse, sondern weil mir dadurch die gigantische Diskrepanz zwischen den Welten der Hungernden und meiner Welt klar wird. Es fühlt sich falsch an, heuchlerisch. Die Welt wird immer kleiner, die Menschheit rückt unweigerlich immer näher zueinander. Noch immer aber scheint eine immer kleiner werdende Welt aus verschiedenen Planeten zu bestehen. Warum ist das so?

Ich stelle mir diese Frage schon sehr lange und bin mit den allgemein diskutierten Lösungsansätzen nicht zufrieden. In der Debatte geht es um viele Dinge. Unter anderem um zwar durchaus gerechtfertigte Schuldzuweisungen. Doch oft sind die Ansätze zu einseitig und auf bestimmte Lebensentwürfe zurechtgeschnitten. Wir neigen dazu, die Schuldfrage so zu stellen und zu beantworten, dass Lösungen eigentlich immer nur in den Händen anderer liegen.

Eine Unendlichkeit an Schwierigkeiten und viele Berge gilt es zu überwinden. Dabei sind Ansätze zur Lösung weniger komplex, als es den Anschein hat. Schwierig ist es trotzdem. Schließlich benötigt es für radikale Änderungen, nichts anderes braucht es, immer auch radikale Maßnahmen. Es geht dabei nicht in erster Linie darum, die Welt zu verändern, es geht in meinem Gedankenspiel um die einzelne Person.

Die Fähigkeit sich selbst zu verstehen und ehrlich zu sich selbst zu sein, ist die zentrale Herausforderung in meinem Versuch die Welt radikal zu verbessern. Das Individuum ist der Schlüssel zu einer besseren Welt.

Das war eine Einleitung zu einer meiner zentralen Gedanken. Mehr zu einem späteren Zeitpunkt.