Ein Aufruf – Gebt AstraZeneca frei!

Es kann doch wirklich nicht wahr sein, verdammt. Deutschland setzt die Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca aus. Womit sich unser Land der einzigen Impfung beraubt, die momentan in größeren Mengen zur Verfügung steht. Alles wird sich nun noch weiter verzögern. Der Lockdown, die Angst, die Wut und die Einsamkeit. Danke für nichts.

Die Liste der Verfehlungen in der Corona-Politik ist lang. Zu wenig Impfstoff, schlechte Organisation und eine erschreckende Verantwortungslosigkeit. Wenn jetzt aber noch Impfstoff vernichtet wird, dann würden die Regierenden gleichsam das letzte bisschen Vertrauen in die Politik zerstören. Schließlich kann es nur ein Priorität geben: Impfen so schnell es geht und so viel es geht. Die Frage, wie das am besten möglich gemacht werden kann, muss der erste Gedanke am Morgen und der letzte Gedanke am Abend sein. Nichts ist gerade, just in diesem Moment, von so immenser Bedeutung. Andere Länder haben das verstanden. Ohne politischen Willen kann ein Kraftakt wie in Israel, in Großbritannien oder in den USA nicht gelingen.

Der Impfstoff ist der einzig nachhaltige Weg aus der Krise, die im Kleinen wie im Großen wirkt und in ihrem Ausmaß erst später begriffen werden kann. Ganz einfach, weil beispielsweise viele Depression nicht gesehen und wahrgenommen werden. Und doch sind sie real. Immer und immer wieder den Satz zu hören, dass nach den letzten harten vier Monaten jetzt harte vier Monate auf die Bürger warten, zermürbt.

Also, liebe Verantwortliche, macht euren Job. Schaut nicht immer nur auf Kurven und äußert eure Besorgnis. Tut etwas dagegen. Impft, lasst impfen. Wie auch immer. Hauptsache es wird überhaupt geimpft. So viel und so schnell wie möglich. Lasst nicht zu, dass 30 tödliche Verläufe auf europaweit 5 Millionen Impfungen dazu führen, dass nicht viel mehr Menschen an den Folgen der Krankheit oder an den Folgen des Lockdowns sterben.

Möglichkeiten gibt es. Gebt den Impfstoff von AstraZeneca frei. Sodass jeder Bürger selbst entscheiden kann sich impfen zu lassen. Ich garantiere, dass es genug Freiwillige gibt, die den Impfstoff dankend annehmen. Einfach weil sie verstehen, was nicht allen klar zu sein scheint. Jeder einzelne Mensch, der auf diese oder jene Weise immunisiert ist, ist ein kleiner aber wichtiger Schritt in Richtung einer Normalität, ohne die das Land nicht mehr ewig leben kann.

Korruption, Unfähigkeit und die Flucht vor Verantwortung – Mein zutiefst erschüttertes Vertrauen

Schon im Herbst 2020 habe ich eine dreiteilige Kritik an der Corona-Politik geschrieben. Jetzt, im März, weiß ich nicht mehr, wie ich meinen kleinen Text anfangen soll. Zu sehr muss man schockiert sein über das Ausmaß der Unfähigkeit der Bundesregierung. Corona ist wie ein Brennglas, ohne welches gar nicht das riesige Unvermögen gute und pragmatische Politik zu machen, zum Vorschein gekommen wäre.
 
Im Prinzip geht wirklich alles schief, was nur schief gehen kann. Keine Vorbereitungen, keine Konzepte, planlose Light-Shutdowns. In jüngster Vergangenheit erst die verpatzten Impfbestellungen, nun liegen Millionen Dosen ungenutzt herum, weil man sie aufgrund akuter Planlosigkeit nicht verimpft bekommt; die Novemberhilfen sind teils noch immer nicht angekommen und häufig so gering, dass sie eher als Sterbehilfe zu bezeichnen sind. Und keine Besserung ist in Sicht. Denn anstatt die Probleme zu lösen, wird fröhlich die Verantwortung hin und her geschoben. Nach dem Motto: „Alle Schuld, nur ich nicht.“ Es geht nicht darum irgendwas zu verbessern, sondern vielmehr darum Karrieren zu retten.
Marktübliche Korruption
 
Kluge Menschen könnten ihr Leben damit verbringen das ganze Versagen aufzudröseln und wären zu ihren Lebzeiten damit nicht fertig. Was mich persönlich jetzt aber emotional komplett aufwühlt ist die Korruption. Wie der Spiegel recherchiert hat, haben sich etwa 20 Abgeordnete der Unionsfraktion an der Krise persönlich bereichert. Aktuell weiß man von Georg Nüßlein und Nikolas Löbel, dass sie massivst davon profitierten, Maskendeals vermittelt zu haben. Dabei sei es „marktüblich“ für ein bisschen Vermittlung 250.000€, wie im Fall Löbel, zu bekommen. So ließ er es verlauten.
 
Es handelt sich um einen ungeheuren Vorgang. Diejenigen, die in der schwersten Krise seit der Wiedervereinigung dem Wohle des Volkes verpflichtet sind, bereichern sich selbst. Während nichts, aber wirklich gar nichts auch nur annähernd funktioniert.
Amthor und die Konsequenzlosigkeit
 
Dabei drängen sich mir viele Fragen auf. Wie gering kann das Verantwortungsgefühl sein? Wie wenig sehen diese Abgeordneten sich in der Pflicht? Wie sind sie in ihre Positionen gekommen? Warum gab es so lange kein Lobbyregister? Und vor allem: Wie wenig verstehen die Vertreter des Volkes ihre Bürger überhaupt noch? Wie groß ist nur die Diskrepanz der Wirklichkeiten?
 
Sicherlich hat die Konsequenzlosigkeit im Fall Amthor ein klares Signal ausgegeben: Gönnt euch! Macht eure Deals. Falls etwas ans Tageslicht kommt, dann könnt ihr es immer noch aussitzen. Solange bis der nächste Skandal den alten überschattet. Corona legt vieles offen. Aber diese schamlose und dreiste Amtsanmaßung übersteigt meine schlimmsten Vorstellungen und erschüttert vor allem mein immer groß gewesenes grundsätzliches Vertrauen in den deutschen Politikbetrieb.
Die Zeiten des Aussitzens müssen vorbei sein
Korruption und persönliche Bereicherung in Zeiten, in denen andere aufgrund von Untätigkeit, Unfähigkeit und/oder Unwillen der Regierenden, ihre mühsam aufgebauten Existenzen verlieren, offenbart ein offensichtliches Missverständnis im Verhältnis von Politik zu den Bürgern. Der ganze Skandal muss in seiner Gänze aufgedeckt werden und vor allem muss er Konsequenzen haben. Die Zeiten des Aussitzens sind vorbei.