Das Versagen der intellektuellen Elite in der Corona Krise

Es war ein Versuch. Die Bundeskanzlerin hielt einen Appell an die Bevölkerung. Und danach? Danach waren die Parks erneut voll. In Leipzig hat sich einen Tag nach dem Appell der Kanzlerin beispielsweise die Cosplay Szene getroffen. Vergnügt ließ man verlauten, dass es sich um eine Erkältung handele, die ohnehin nur die Älteren befällt. Merkels Worte waren ein Versuch. Aber auch nicht viel mehr.
Die Frage bleibt, warum man so schwer zu den Unvernünftigen durchdringen kann. Die Antwort ist sicherlich vielfältig. Menschen sind Egoisten. Sofern es sie nicht direkt selbst betrifft, bleibt die Gefahr abstrakt. Empathie ist häufig auf einen engen Umkreis begrenzt. Bei der Jugend spielt außerdem die geringere Erfahrung und der Geist der Rebellion ein Rolle. Und dann gibt es natürlich die unendliche Sturheit, die für so viele von uns der kleinste gemeinsame Nenner zu sein scheint.
Was aber auch erwähnenswert ist, ist der Input einer angeblich intellektuellen Elite. Jakob Augstein stellt seit Anbeginn der Krise die Frage, ob die Maßnahmen denn notwendig seien. Zum Schutz von wenigen, dürfe man nicht die Mehrheit leiden lassen. Solidarität bei Augstein, wenn er sich selbst einschränken soll? Nicht vorhanden.
Die Lobos, Sascha und Meike, sind ebenfalls ein Knüppel in jede Anstrengung den Ernst der Lage deutlich zu machen. Meike meinte, dass das Sterben alter Menschen zu „einer der natürlichsten und für die Population gesündesten Vorgänge gehöre“. Kurz darauf legte sie nach und brachte auf Twitter zum Ausdruck, dass sie die Ironie, es träfe vor allem alte, weiße Männer ganz amüsant fände. Ihr Mann hielt hingegen im Spiegel einen vorwurfsvollen Appell, man solle an jene mit der kleinen Wohnung denken.
Der in den Medien bekannte Professor Volker Quaschning freut sich über die Erreichung der Klimaziele und die Journalistin Seyda Kurt ärgert sich darüber, dass mit dem Virologen Drosten wieder nur ein „weißer cis Mann angehimmelt wird“. Während die Kulturjournalistin des Jahres 2019, Jana Hensel, sich darüber aufregt, dass das Wort Virologe nicht gegendert werde.
Normalerweise soll man ja über alles diskutieren. Über jeden Quatsch und über jede geniale Idee. Was auch immer. Dafür gibt es unsere freiheitliche Demokratie. Aber momentan lenken diese Diskussionen von der drängensten Nachricht ab. Bleibt zuhause. Geht nicht raus! Meidet Kontakt!
Wenn wir das sagen aber gleichzeitig offen diskutieren, ob die getroffenen Maßnahmen nicht vielleicht schon zu weit gehen, dann bleibt es Interpretationssache, ob man jetzt wirklich drinnen sein sollte oder ob es nicht doch eine Grauzone gibt. Nur ganz kurz in den Park, das wird schon in Ordnung sein. Wir treffen uns schließlich nur mit einer kleinen Gruppe. Solche Ideen werden getrieben, weil pseudo Intellektuelle Menschen die einzige unumstößliche Wahrheit dieser Tage in Frage stellen: Bleibt zuhause! Damit rettet ihr Leben!

Liebe Pfleger, Ärzte und alle, die unsere Gesellschaft zusammenhalten: Wir danken euch!

Es ist an der Zeit danke zu sagen. An euch, die ihr mit eurer Arbeit dazu beitragt, unsere Gesellschaft zusammenzuhalten. Während sich viele ins Home Office zurückziehen, sich Zuhause einigeln und sich mit der neuen Sitaution relativ komfortabel einrichten können, müsst ihr weiter arbeiten. Man kann euch nicht genug danken!

Ihr seid der Grund dafür, dass wir uns trotz einer bedrohlichen Lage immer noch sicher fühlen. Weil wir wissen, dass es euch gibt. Weil wir wissen, dass ihr uns beistehen werdet, sollte es auch uns schlechter gehen. Ihr seid unser Gefühl der Sicherheit. Ihr seid das Rückgrat der Gesellschaft.

Eure unermüdliche Arbeit und euer Einsatz ist für euch gefährlich. Ihr setzt euch jeden Tag einem größeren Risiko aus. Ein Risiko, das nur ihr tragt und dadurch anderen ermöglicht sich diesem Risiko zu entziehen. Ihr seid selbstlos und eure Arbeit so unglaublich wertvoll.

Durch ein Praktikum vor einigen Jahren habe ich eine blasse Idee davon, wie hart und belastend eure Arbeit ohnehin schon ist. Nicht nur körperlich, auch die psychische Belastung ist ganz enorm. Der Umgang mit euch ist und bleibt eine Schande. Ihr seid es, die unmenschliches leisten und dabei menschlich bleiben sollen. Damit wir, wenn es uns trifft, beruhigt sind und bestmöglich versorgt werden können. Ich kann mich nur wiederholen: Danke!

Nicht nur in Krisenzeiten gilt: Ohne euch geht nichts! Deshalb ist es unsere Pflicht und die Pflicht des Staates euch zu unterstützen, eure Arbeit wertzuschätzen und dies auch mit mehr als nur warmen Worten zu zeigen. Wir verlassen uns auf euch, die Politik verlässt sich auf euch, aber könnt ihr euch auch auf die Politik verlassen? Das muss sich ändern und nach der Krise müsst ihr mehr als nur Wahlkampfthema in der Politik sein.

Dieser Dank gilt allen, die jene unentbehrliche Arbeit verrichten. Nicht nur dem Krankenhauspersonal. Dieser Dank gilt auch Kassierern, Mitarbeitern in der Produktion und allen, die weiterhin regulär weiterarbeiten müssen, um den Fortbestand unserer friedlichen Gesellschaft sicherzustellen. Ihr seid jene, die unverzichtbar sind. Für euren Mut, euren unerschütterlichen Einsatz für die Gesellschaft gilt euch unsere unendliche Dankbarkeit. Ihr seid großartig!

Ein Aufruf an eine solidarische Gemeinschaft – Gebt dem Virus keine Chance. Schützt unsere Alten!

Das Corona Virus wurde vielfach unterschätzt. Was auch auf mich zutrifft. Vor zwei Wochen habe ich diesem nicht zugetraut, für unsere Gesellschaft derart einschneidend sein zu können. Alles steht still. Unternehmen verordnen Home Office, produzieren weniger. Geschäfte und Restaurants werden zeitweise schließen. Nun hat sogar König Fußball sein Treiben bis auf Weiteres eingestellt. All das sind harte Einschnitte in unser Leben. Für nicht wenige sind diese sogar existenzbedrohend. Hier wird der Staat gefordert sein. Seine Aufgabe ist es seine Bürger vor einem Absturz zu bewahren. Read More

Flüchtlinge als Waffe – Eine komplizierte Situation und eine Frage ohne Antwort

Die Situation an der griechisch-türkischen Grenze ist noch immer nicht übersichtlicher. Die Flüchtlinge sitzen immer noch fest und versuchen irgendwie auf griechischen Boden zu gelangen. Unterstützt werden sie dabei angeblich von türkischen Soldaten. Es herrscht ein Informationskrieg, sodass es schwierig ist glaubwürdige Quellen auszumachen. Gesichert ist, dass Rechtsextreme die Situation zu nutzen versuchen und unter dem Motto „Defend Europe“ Selbstjustiz üben wollen. Diese sind aber sowohl von den Bevölkerung vor Ort als auch von den griechischen Sicherheitskräften unerwünscht und bekommen das wohl auch zu spüren.
 
Es bleibt eine Frage: Was sollen wir tun? Es ist so unfassbar komplex. Klar ist, dass wir keine Millionen Flüchtlinge aufnehmen können, wie einige Journalisten und Politiker verlauten ließen. Weder unter dem Aspekt, dass eine solche Entscheidung eine gesamteuropäische Entscheidung sein müsste und eine solche momentan völlig unmöglich scheint. Noch unter dem Aspekt, dass unser Land und der Kontinent das politisch nicht verkraften könnte. Die AfD würde einen enormen Zuauf erhalten. Selbst eine absolute Mehrheit hielte ich für möglich, wenn es wirklich die einzige Partei wäre, die sich klar gegen einen solchen Schritt positioniert.
 
Andererseits ist es eine andere Diskussion, wenn wir ausschließlich über die Flüchtlinge reden, die momentan gefangen sind zwischen den zwei Ländern. Es handelt sich um ein paar Tausend Menschen, die sicherlich keine Belastung wären und relativ einfach aufgenommen werden könnten. Doch was wäre die Folge? Wäre damit das Ziel von Erdogan erreicht, der damit bewiesen hätte, dass er die Flüchtlinge erfolgreich als Waffe einsetzen kann? Würde er dann nach Belieben immer wieder ein paar Tausend Flüchtlinge losschicken in dem Wissen, sie würden aufgenommen werden? Würde man einfach nur andere in das selbe Elend schicken?
 
Das sind Fragen, die ich mir nicht beantworten kann. Denn man kann die Flüchtlinge nicht einfach ignorieren. Man kann ihr Leid nicht ignorieren. Sie sind da, sie brauchen Hilfe. Unsere Hilfe. So viel ist klar. Denkbar wäre die Flüchtlinge aufzunehmen unter der Bedingung, dass dies nicht noch einmal geschieht. Ansonsten wird Erdogan immer wieder Unheil über etliche weitere Flüchtlinge bringen. Menschen, die auch fliehen, weil er sie selbst vertreibt und zu Flüchtlingen werden.
 
Am Ende lässt sich die Situation moralisch nicht lösen. Ich habe keine Ahnung, was die richtige Maßnahme ist. Erdogan nachgeben und riskieren, dass er gleiches auch anderen antut, aber dafür seinem menschlichen Bedürfnis nachgehen und zumindest jene aufnehmen. Oder darf dies nicht geschehen? Muss die Grenze dicht bleiben, um Erdogan seiner stärksten Waffe zu berauben? Kann man so seinen Einfluss dämmen? Es fühlt sich falsch an diese Frage überhaupt zu stellen. Wenn man selbst in einer so priviligierten Lage ist wie man selbst. Im sicheren Deutschland.
 
So oder so. Den Flüchtlingen muss geholfen werden. Wenn nicht mit Aufnahme, dann durch politischen Druck. Durch die Befriedung Syriens, durch die Unterstützung für Assad. Auch wenn das schwer fällt. Erdogans Einfluss muss gebrochen werden. Seine Unterstützung von radikalislamischen Kräften ist ein Grund, warum Menschen überhaupt fliehen.
 
Wir müssen etwas tun. Auch wenn man sich streiten kann, was genau.

Aufruf an die EU: Helft Griechenland! Helft den Flüchtlingen!

Die Lage an der türkisch-griechischen Grenze ist auf vielfältige Weise kompliziert. Erdogan scheint seiner Drohung Nachdruck verleihen zu wollen um damit Unterstützung von der NATO für seinen Konflikt mit Assad zu erzwingen. Mit Bussen werden die Flüchtlinge an die Grenze gefahren und dort ihrem Schicksal überlassen. Sie versuchen über die Grenze nach Griechenland zu gelangen.
Die Flüchtlinge sind bedauernswert. Sie sind die Spielbälle politischer Schachzüge. Heimatlos und ungewünscht. Auf der anderen Seite steht Griechenland alleine da. Sie sind ohnehin schon überfordert mit dem konstanten Strom an Flüchtlingen aus dem afrikanischen Kontinent. Die Bewohner rebellieren und wollen ankommende Flüchtlinge nicht an Land kommen lassen. Es mag vielleicht komisch und widersprüchlich klingen, aber ich kann beide Seiten verstehen.
Denn vermutlich würde ich genauso handeln. Wenn ich Flüchtling wäre, würde ich ebenfalls eine Perspektive suchen. Ich würde alles versuchen für meine Familie und mich. Als Bewohner der überlasteten griechischen Inseln wäre auch ich wütend darüber, dass durch einen Zusammenbruch des Tourismus meine Lebensgrundlage leidet. Persönlich, so finde ich, kann man den handelnden Personen keinen Vorwurf machen. Wer von uns würde anders handeln?
Einzig verwerflich ist das Handeln der Türkei und der EU. Die Türkei führt ihren Privatkrieg gegen die Bestrebungen verschiedener kurdischer Völker auf syrischem Gebiet sich einigermaßen autark zu organisieren. Er greift weiterhin Assad an und unterstützt radikal islamische Gruppierungen. Um sich gegen das von Russland unterstützte Syrien durchzusetzen nutzt er nun das mächtigste Druckmittel gegen die EU und die NATO, das er hat: Die Flüchtlinge.
Erdogan weiß genau, dass Europa sich kein zweites 2015 erlauben kann. Politisch wäre das nicht nur eine Erschütterung, es wäre weitaus dramatischer. Massive politische Instabilität wäre die Folge. Ob Europa sich davon beeinflussen lässt, bleibt allerdings fraglich.
Immerhin ist es scheinbar die Taktik der EU halbherzig und langsam zu handeln, wenn es um die Thematik Flüchtlinge geht. Schon mit Beginn der ersten Bewegungen hat man Italien allein gelassen und sich immer hinter dem Dublin Abkommen versteckt. Das gleiche passiert nun seit Jahren mit Griechenland. Politiker lassen sich zwar gerne darüber aus, betreiben viel Populismus auf dem Rücken der Flüchtlinge.
Aber wirklich helfen will niemand. Weder den Flüchtlingen noch den betroffenen Ländern. Eine solidarische EU darf Griechenland nun nicht alleine lassen mit diesem Problem. Eine menschliche EU muss eine Lösung für die Flüchtlinge finden. Das jedoch ohne eine Signalwirkung an die vielen Millionen Flüchtlinge in der Türkei zu senden, dass der Weg offen ist. So sehr ich das persönlich verstehen kann und so sehr ich mir der moralischen Widersprüchlichkeit bewusst bin, es muss das internationale Ziel sein, dass diese Heimatlosen wieder eine dauerhafte Heimat haben. Dass diese ihr Zuhause zurückbekommen muss das einzige langfristige Ziel sein. Auch dafür muss der Konflikt zwischen der Türkei und Syrien gelöst werden.
Eine große Aufgabe. Aber auch die einzige Möglichkeit zu einer echten Lösung zu kommen.