Spreu und Weizen

Jahreswechsel bedeutet Diskussion. Eine mittlerweile zweijährige Tradition mit der meinetwegen auch wieder gebrochen werden darf. Letztes Jahr war sie noch absolut notwendig, heute erscheint sie mir unnötig. Dass die Polizei nicht rassistisch gehandelt hat, erklärt sich mir eigentlich von selbst. Sie hat Lehren gezogen und ist gegen eine systematisch vorgehende Gruppe ihrerseits systematisch vorgegangen. Sie war dabei nicht rassistisch, sondern hat erfolgreich gearbeitet.

Die Realität kann nicht rassistisch sein. Es gab und gibt wohl eine Minderheit nordafrikanischer Menschen, die sich offenbar abgesprochen haben, um am Jahreswechsel zu eskalieren. Teil erfolgreicher Integration ist solcherlei Probleme zu erkennen und entsprechend ernst zu nehmen. Es gibt Asylmissbrauch, es gibt Leute aus den Mahgreb Staaten, die nicht hier sind, weil sie verfolgt werden und all jenes, was so häufig von rechter Seite beschrien wird. Das zu sagen ist nicht rassistisch, sondern ausschließlich Teil einer viel komplexeren Realität. Genauso wie die Polizeiarbeit, die sich vor einem Jahr komplett von diesen deutschlandweit paar tausend Kriminellen überfordert sah.

Die komplexe Realität bedeutet dann gleichsam, dass diese Kriminellen unter den Flüchtlingen eine kleine Minderheit sind. Die, die sich integrieren wollen, nimmt man nur halt weniger wahr. Rassistisch wäre es demzufolge, wenn man alle Nordafrikaner oder alle, die nur ähnlich aussehen unter Verdacht stellen würde. Aus den Taten einer Minderheit eine Identität für eine Mehrheit zu machen, das ist rassistisch. Dies zu erkennen, daran scheitern die Neu- und Altrechten kläglich.

Eine andere Dimension, die sich mir in dieser Debatte offenbart hat, ist die, dass sich auch im bürgerlichen Spektrum die Spreu sehr vom Weizen getrennt hat. Und zwar zwischen denjenigen, die ernsthaft an Lösungen interessiert sind und denjenigen, die sich vielleicht zu sehr in einer Idee verloren haben. Angefangen mit Simone Peter, gefolgt von Kommentatoren auf der Süddeutschen, die das Vorgehen der Polizei mit der Selektierung in KZ’s verglichen haben. Ich kenne die Motive nicht genau, aber dieser Ansatz ist und war in der Debatte um die Flüchtlinge nicht nützlich.

Es ist als stritte man sich mit der Starrköpfigkeit zweier Trolle. „Flüchtlinge sind alle gut!“, „Nein, Flüchtlinge sind alle schlecht!“. Die Wahrheit ist, die Meisten sind gute Menschen, die sicher nicht am Schaden anderer interessiert sind. Sie sind weniger präsent in den Medien, denn grundsätzlich wird mehr über negative als über positive Dinge berichtet. Dass bei über einer Millionen Menschen aus unterschiedlichsten Ländern und Regionen allerdings auch schlechte Menschen dabei sind, sollte eigentlich niemanden überraschen, der weiß wie man Statistik schreibt.

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