Die SPD bläst zur Aufholjagd – über einen Kampf gegen Windmühlen

Parteitag der SPD. Heute wurde der Beginn des Wahlkampfs ausgerufen. Oder wie Lars Klingbeil verlauten ließ, der Anfang der Aufholjagd.

Großes Thema auf dem Parteitag war die CDU. Sie sei „kaputt und inhaltlich leer“ und auch Esken sprach im Nach-Bericht aus Berlin der CDU/CSU jegliche Regierungskompetenz ab. Was hinsichtlich wirklich miserabler Politik und gleich mehrerer Korruptionsaffären nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Dennoch scheint jetzt klar zu sein, wie die SPD ihren riesigen Rückstand in den Umfragen mit ihrem Anspruch, doch noch den Kanzler stellen zu können, in Einklang bringen will.

Abteilung Attacke

Abteilung Attacke hat übernommen. Oder anders gesagt: Nicht die eigene Stärke soll wahlentscheidend werden, sondern die Schwäche des „Gegners“. Und da man es tunlichst vermeiden will sich zu sehr an den Grünen zu reiben, denen man die Wähler abzuluchsen versuchen wird, bleibt die CDU logischer Sparringspartner.

Ein höchst zweifelhafter und auch ein wenig verzweifelter Versuch zurück zu alter Stärke zu finden. Denn entgegen der eigenen Auffassung ist das Problem nicht einfach nur, dass sie ihre Erfolge nicht gut genug vermarktet hat. Zugegeben hatte sie mit und gegen Kanzlerin Merkel kaum eine Chance irgendeinen Erfolg wirklich für sich zu verbuchen. Problematisch ist jedoch vor allem die inhaltliche Ausrichtung, die maßgeblich von Kühnert, Klingbeil und Esken beeinflusst ist.

Einzige Lösung? Rückkehr zur Vernunft

Eine Partei, die in höchsten Kreisen vom „demokratischen Sozialismus“ schwadroniert (man könnte neudeutsch auch sagen schwurbelt) und dessen Kandidat eine noch nicht ganz aufgeklärte Rolle bei Wirecard und auch in den CumEx-Geschäften gespielt hat, wird kaum einen Wähler außerhalb der absoluten Stammwählerschaft begeistern können. Da hilft dann auch die Abteilung Attacke nicht mehr.

Chancenlos ist die SPD nach wie vor nicht. Umfragen können sich schnell ändern. Aber ohne eine Abkehr von solcherlei Gerede und ohne Rückkehr zu dem Gedanken, dass es um die Mittelschicht gehen sollte; um jene ohne akademischen Abschluss und alle, die ihr Geld mit praktischer Arbeit verbringen statt mit theoretischer Träumerei; dass eben jene auch Wohlstand verdienen und zu Recht verlangen, dürfte es für die SPD schwierig bleiben. Vernünftiger Pragmatismus, Steuersenkungen statt Steuererhöhung auch eine Abgrenzung zu den Grünen wäre notwendig, um überhaupt eine Chance haben zu können.

Trübe Aussichten

Schauen wir noch einmal zurück als damals der Schulz-Zug rollte. Martin Schulz schaffte es für kurze Zeit das Bild zu vermitteln die SPD habe begriffen, sie wolle wieder zurück zum Ursprung. Wieder eine Partei für die Mehrheit sein, die das Land trägt und womöglich wieder leidenschaftlicher Kämpfer werden. Gleiches wäre theoretisch auch heute wieder möglich. Wenn man nur an den gleichen Schrauben drehen würde. Aber das, ja, das wäre wieder sehr theoretisiert geträumt. Und so bleibt die SPD eine Partei, die so trübe wirkt wie es ihre Aussicht auf Kanzlerschaft in Wirklichkeit ist.

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